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Anschreiben: Wie verfasse ich ein überzeugendes Motivationsschreiben?

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Motivationsschreiben, Bewerbungsschreiben

© Gina Sanders - Fotolia.com

Das Anschreiben ist die Visitenkarte eines jeden Bewerbers. Hier soll dargelegt werden, warum man sich genau für diesen Job bewirbt und welche Qualifikationen und Kenntnisse man für die ausgeschriebene Stelle mitbringt. Das ist der Grund, warum das Anschreiben auch Motivationsschreiben genannt wird. Neben den inhaltlichen Anforderungen werden an das Anschreiben formale Voraussetzungen gestellt, die jeder Bewerber einhalten muss, damit seine Bewerbung überhaupt gelesen wird.


Anforderungen an das Format eines Anschreibens


Das Wichtigste zuerst: Das Motivationsschreiben darf nie länger als eine A4-Seite sein. Personaler achten sehr auf diese Formalität. Ihrer Meinung nach muss es dem Bewerber möglich sein, seine Motivation und Qualifikation kurz und prägnant auf den Punkt zu bringen. Die Schriftart sollte zwischen 10 und 12 Punkten groß sein. Empfehlenswert sind gängige Schrifttypen wie Arial oder Times New Roman. Wer sich für eine Schriftart entschieden hat, sollte diese auch beibehalten. Ein Lebenslauf in einer komplett anderen Schriftart irritiert den Personalverantwortlichen. Auch bei Rechtschreib- und Grammatikfehlern sind Personaler unbarmherzig. Fatal ist es vor allem dann, wenn der Unternehmensname oder der Name des Personalverantwortlichen falsch geschrieben ist. Ein Tipp: Manchmal sehen vier Augen mehr als zwei. Nehmen Sie sich die Zeit und lassen Sie eine zweite Person Korrektur lesen. Auf diese Weise lassen sich Flüchtigkeitsfehler schneller erkennen.


Betreffzeile und Anrede im Anschreiben


Von Kursivschreibungen und wildem Fettdruck sollten Sie im Anschreiben Abstand nehmen. Lediglich die Betreffzeile erhält den Fettdruck als Formatierungsbesonderheit. In alten Bewerbungsratgebern steht darüber hinaus, dass die Betreffzeile mit dem Begriff „Betreff:“ beginnen soll. Mittlerweile wird darauf verzichtet. In die Betreffzeile gehören lediglich


  • die genaue Positionsbeschreibung
  • Bezug auf das Medium, in dem die Stellenanzeige veröffentlicht wurde
  • Erscheinungsdatum des Stellenangebots und
  • Referenznummer (wenn vorhanden).

Die Betreffzeile kann also beispielsweise so aussehen:


Bewerbung um die Stelle als Softwareentwickler – Ihre Stellenanzeige in der Berliner Zeitung vom 12.12.2012, Ref.-Nr. 12345-67890.


Direkt danach folgt die Anrede. Auch hier sind einige Besonderheiten zu beachten. Viele begehen den Fehler und wählen die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“. Demjenigen, der das Anschreiben liest, drängt sich nun der Gedanke auf, dass das Anschreiben sehr unpersönlich verfasst ist. Die Lust, weiterzulesen, hält sich nun in Grenzen. Besser: In der Regel finden Sie den richtigen Ansprechpartner in der Stellenanzeige. Wird hier kein Name genannt, lohnt es sich, bei dem Unternehmen nachzufragen. So signalisieren Sie Interesse an der ausgeschriebenen Stelle. Häufig reicht aber eine kurze Recherche auf der Webseite des Unternehmens. Die unpersönliche Anrede sollte nur im Notfall gewählt werden. Sprechen Sie den Ansprechpartner schließlich mit dem großgeschriebenen Pronomen „Sie“ und „Ihr“ an.


Wie formuliere ich die Einleitung?


Personaler nehmen sich für die eingehenden Bewerbungen erschreckend wenig Zeit. Das bedeutet, dass der erste Satz im Anschreiben Interesse erwecken muss, damit die Bewerbung nicht in der Rundablage (Papierkorb) landet. Wer mit der abgedroschenen Phrase „Hiermit bewerbe ich mich um“ beginnt, hat in den meisten Fällen schon verloren. Besser: Sie können sich im ersten Satz auf ein Gespräch mit dem Personaler beziehen, wenn Sie bereits bei dem Unternehmen angerufen haben. Oder Sie drücken in den ersten Zeilen aus, warum Sie sich gerade mit dieser ausgeschriebenen Stelle identifizieren. So geben Sie dem Personaler das Gefühl, sich mit dem Stellenangebot und dem Unternehmen beschäftigt zu haben. Da Sie hier sowieso nur wenig Platz zur Verfügung haben, ist „Reden um den heißen Brei“ ohnehin fehl am Platz.


Auf Phrasen und leere Worthülsen verzichten


Ein Standardanschreiben für alle Stellenausschreibungen zu verwenden, ist mittlerweile verpönt. Auch Phrasen, die in jeder beliebigen Bewerbung stehen können, sind tabu. Besser sind originelle und auf die Stelle zugeschnittene Formulierungen. Vor allem bei Kreativberufen können Motivationsanschreiben nicht originell genug sein. Erfahrungen, Fachkenntnisse und Qualifikationen sollten hier auch immer mit einem bestimmten beruflichen Erfolg verknüpft sein. Steht in der Stellenanzeige für den Softwareentwickler beispielsweise, dass eigenständiges Arbeiten erforderlich ist, lohnt es sich, auf ein erfolgreiches Projekt zu verweisen, dass in Eigenregie verwirklicht wurde. Die Stellenanzeige kann als Gerüst gesehen werden, anhand dessen man sich im Anschreiben orientieren kann. Dabei sollte nicht nur auf die fachliche Qualifikation, sondern auch auf die sogenannten Soft Skills verwiesen werden. Wird in der Anzeige Teamfähigkeit verlangt, können Sie auf weitere erfolgreiche Projekte im Beruf oder in der Freizeit verweisen, bei denen sich die Zusammenarbeit im Team gelohnt hat. Derartige persönlichere Angaben gehören in den Mittelteil des Anschreibens.


Welche Punkte sollten am Schluss geklärt werden?


Der Schlussteil des Motivationsschreibens wird häufig unterschätzt. Doch hier ergibt sich die Möglichkeit, das Interesse des Personalers zu wecken und wichtige Punkte zu klären. Werden Sie im Stellenangebot dazu aufgefordert, Gehaltsvorstellungen (brutto) anzugeben, können diese hier stehen. Auch der frühestmögliche Zeitpunkt für den Arbeitsbeginn kann im Schlussteil vermerkt werden. Noch wichtiger ist aber, in diesem Absatz auf die Bereitschaft zu einem Vorstellungsgespräch zu verweisen. Viele begehen hier aber den Fehler, diese Bereitschaft zu unterwürfig und vage zu formulieren. Statt „Ich würde mich freuen, Sie in einem Bewerbungsgespräch von meinen Qualifikationen zu überzeugen“ sollten Sie besser formulieren: „Gern kläre ich offene Fragen in einem persönlichen Gespräch“. Die Verabschiedung kann ruhig traditionell „Mit freundlichen Grüßen“ sein. Die Unterschrift nicht vergessen! Wer sich online bewirbt, kann seine Unterschrift auf einem weißen Blatt Papier einscannen, mit einem Bildbearbeitungsprogramm ausschneiden und als Grafik in das Anschreiben einfügen.


PS: Ein Tipp zum Schluss. Probieren Sie es doch mal mit einem Postskriptum wie diesem aus. Nach der Unterschrift könnte hier beispielsweise stehen: „Sie wollen wissen, wie ich das Projekt XY an 1.000 Kunden verkaufen konnte? Dann rufen Sie mich unter der Nummer 01234 – 56 78 90 an!“ Die Aufmerksamkeit des Personalers ist Ihnen damit sicher!

17.09.2012
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