Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt betreibt einen der weltweit führenden Teilchenbeschleuniger für die Wissenschaft. Derzeit entsteht in internationaler Zusammenarbeit die neue FAIR (Facility for Antiproton and Ion Research, eines der größten Forschungsprojekte der Welt. GSI und FAIR bieten die Möglichkeit, in diesem internationalen Umfeld mit einem Team von Mitarbeitern zu arbeiten, die sich der Wissenschaft auf Weltklasseniveau verschrieben haben.
In der Abteilung Biophysik der GSI arbeiten Biologen, Physiker, Chemiker, Biochemiker und Techniker interdisziplinär zusammen. In der multidisziplinären Forschung werden Themen aus einem breiten Spektrum abgedeckt, darunter Radiobiologie, Strahlenphysik, Weltraumforschung und Strahlentherapie. So wurde beispielsweise die Raster-Scan-Methode für die Ionenstrahltherapie in der Abteilung Biophysik der GSI erstmalig implementiert und kontinuierlich weiterentwickelt. Diese Technik wird heute in vielen Kliniken weltweit eingesetzt.
Die Untergruppe Teilchenstrahltherapie-Physik sucht eine*n
Postdoktoranden (alle Geschlechter)
Referenznummer: 26.10-1590
Das HI-FLASH-Projekt ist ein mit einem ERC Advanced Grant gefördertes Forschungsprojekt, das seit 2025 finanziert wird (PI: Prof. Marco Durante). Das Projekt zielt darauf ab, Neon-Ionen-Strahlen mit einer extrem hohen Dosisleistung von über 40 Gy/s für die Behandlung hochaggressiver Hirntumoren einzusetzen. Die Idee hinter dem Projekt ist es, die hohe strahlenbiologische Wirksamkeit von Neon-Ionen in den Tumorregionen - aufgrund des hohen LET- mit dem durch ultrahohe Dosisraten induzierten Effekt zur Schonung von Normalgewebe, bekannt als FLASH-Effekt, zu kombinieren. Es hat sich gezeigt, dass UHDR-Bestrahlungen das umliegende Gewebe weniger schädigen und gleichzeitig die Tumorkontrolle aufrechterhalten. Dieser Forschungsbereich zieht weltweit zunehmend Aufmerksamkeit auf sich, da er ein enormes Potenzial für die Krebstherapie bietet, obwohl die zugrunde liegenden Mechanismen noch nicht vollständig verstanden sind.
Stellenbeschreibung und Forschungsumfeld:
Der erfolgreiche Bewerber wird Mitglied der Arbeitsgruppe „Partikeltherapie-Physik“. Die Gruppe verfügt über umfangreiche Erfahrung mit Experimenten zur Vorbereitung der FLASH-Ionenstrahltherapie, Dosimetrie und schneller Dosisapplikation unter Verwendung von 3D-gedruckten Reichweitenmodulatoren (3DRM). Dabei handelt es sich um ein für die FLASH-Bestrahlungen äußerst relevantes Tool, das im Mittelpunkt des HI-FLASH-Projekts steht. Innerhalb dieses Projekts ist die Gruppe „Partikeltherapie-Physik“ für die Dosimetrie, Strahlapplikationstechnik, Strahlcharakterisierung sowie Instrumentierung zuständig. Diese Aktivitäten erfordern eine intensive und interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Biologie-Arbeitsgruppen der Biophysikabteilung, um die Bestrahlungen durchzuführen und zu optimieren; weiterhin ist eine enge Interaktion mit unseren Ingenieuren notwendig, um das Strahlapplikations-System im Bestrahlungsraum anzupassen und um die Zuverlässigkeit und Genauigkeit weiter zu verbessern
Ihre Aufgaben:
1. Upgrade des Dosisüberwachungssystems für UHDR von High-LET-Strahlung
2. Konzeption und Umsetzung des präklinischen Bestrahlungsaufbaus von HI-FLASH
3. Dosimetrie und Datenanalyse
4. Analytische und Monte-Carlo-Simulation zur Unterstützung der Aufbauentwicklung
5. Teilnahme an und Unterstützung von Experimenten (Strahlzeiten). Während der wenigen Wochen Strahlzeit pro Jahr ist flexibles Arbeiten auch in Nachtschichten erforderlich.
Ihr Profil:
6. PhD in Kern- oder Atomphysik
7. Erfahrung mit experimenteller Elektronik für Kern- und Atomphysik
8. Programmierung für Hardware-Controller und Auslesemodule (Detektoren, mechanische Antriebe usw.)
9. Fundierte Erfahrung mit Datenerfassungssystemen für Anwendungen in der Kernphysik
10. Erfahrung mit Detektoren für Ionenstrahlen und generell Detektoren in der Kernphysik
11. Erfahrung im Bereich der medizinischen Physik und Ionenstrahltherapie
12. Ausgezeichnete Englischkenntnisse in Wort und Schrift
13. Gute Deutschkenntnisse sind von Vorteil
14. Bereitschaft zur Arbeit in einem interdisziplinären Team mit Physikern, Ingenieuren und Biologen.
Die Stelle ist auf 2 Jahre befristet. Das Gehalt richtet sich nach dem bei GSI geltenden Tarifvertrag TVöD (Bund).
GSI fördert die berufliche Entwicklung von Frauen und begrüßt es, wenn sich Frauen durch die Ausschreibung besonders angesprochen fühlen. Schwerbehinderte erhalten bei gleicher Qualifikation den Vorzug.
Wenn Sie diese Aufgabe als spannende persönliche Herausforderung sehen und in einem außergewöhnlichen wissenschaftlichen Umfeld arbeiten möchten, senden Sie bitte Ihre vollständigen Bewerbungsunterlagen unter Angabe des frühestmöglichen Eintrittstermins sowie der Referenznummer 26.10-1590 bis spätestens 26.02.2026 über unser Bewerberportal:
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
ABTEILUNG PERSONALMANAGEMENT
PLANCKSTRASSE 1
64291 DARMSTADT
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