Im Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die
W2-Professur (mit Tenure Track nach W3) für translationale molekulare Kardiologie
unter Beachtung des § 70 Abs. 1 und 4 Hessisches Hochschulgesetz (HessHG) für die Dauer von sechs Jahren im außertariflichen Arbeitsverhältnis zu besetzen; es gelten die Einstellungsvoraussetzungen nach § 68 HessHG. Im Falle der Bewährung, die gem. § 70 Abs. 2 HessHG in einem Evaluationsverfahren festzustellen ist, wird die dauerhafte Übertragung einer W3-Professur zugesagt.
Aufgaben:
Die Professur ist der Medizinischen Klinik und Poliklinik I – Innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie – Angiologie zugeordnet. Sie leiten die Arbeitsgruppe „Molekulare Kardiologie“ und vertreten das Fach in Forschung und Lehre in voller Breite.
Zu Ihren Aufgaben gehört insbesondere die Weiterentwicklung neuartiger Technologien. Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Industriepartnern sind daher erwünscht. Mit Ihren Forschungsaktivitäten sollen Sie zum Verständnis der Ursachen und Mechanismen menschlicher Erkrankungen beitragen und neue Behandlungsmöglichkeiten entwickeln. Die auf der Basis Ihrer Forschungsleistungen entwickelten Behandlungsmöglichkeiten sollen Eingang in klinische Studien finden.
Weiterhin übernehmen Sie die Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern (m/w/d) zu „Medical Scientists“, wobei eine Vorbildfunktion hinsichtlich der Ausbildung von familien- und gleichstellungsbewussten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (m/w/d) erwartet wird.
Ihre Mitarbeit in den universitären Schwerpunktbereichen und den Akzentbereichen des Fachbereichs Medizin wird erwartet. Weiterhin wird eine enge Kooperation innerhalb bestehender Forschungsschwerpunkte und -verbünde mit klinischen und wissenschaftlichen Arbeitsgruppen an den Standorten Gießen und Bad Nauheim erwartet. Dies umfasst insbesondere die Mitarbeit im bestehenden Exzellenzcluster „Cardio-Pulmonary Institute“ (CPI) sowie die Forschung innerhalb des Sonderforschungsbereichs 1213 „Pulmonale Hypertonie und Cor pulmonale“.
Während Ihrer Tätigkeit an der JLU werden weitere Erfolge in der eigenständigen Einwerbung von Drittmitteln, vorzugsweise bei der DFG, dem BMFTR oder der EU, erwartet. Sie sollen sich außerdem aktiv in bestehende Forschungsverbünde einbringen und neue Forschungsverbünde initiieren sowie in nationalen und internationalen Forschungsnetzwerken mitarbeiten.
Die Mitarbeit in etablierten Strukturen des Fachbereichs Medizin zur Förderung des wissenschaftlich-klinischen Nachwuchses, wie dem strukturierten Promotionsprogramm (JLU TRAINEE) und dem Clinician Scientist-Programm (JLU CAREER), wird erwartet. Ebenso wird Ihre Mitarbeit im Giessen Graduate Centre for the Life Sciences (GGL) sowie die mit der Nachwuchsförderung einhergehende Betreuung von Abschlussarbeiten erwartet.
Die Professur ist in die vom Zentrum für Innere Medizin zu erbringende Lehre eingebunden. Ihre Lehrverpflichtung beträgt 8 SWS. Die Durchführung von Lehrveranstaltungen mit Vorlesungen und Praktika im Bereich der Kardiologie und Angiologie mit einem Schwerpunkt in der translationalen Forschung wird erwartet.
Eine Integration von Genderaspekten in Forschung und Lehre ist ausdrücklich erwünscht.
Die Universitäten Gießen und Marburg haben mit der Technischen Hochschule Mittelhessen eine Forschungsallianz gegründet (Forschungscampus Mittelhessen), in deren Rahmen die beiden Fachbereiche Medizin eine strukturierte Kooperation auf der Basis abgestimmter Schwerpunkte praktizieren. Von den Bewerberinnen/Bewerbern wird entsprechend die Bereitschaft zur hochschul- und fachbereichsübergreifenden Kooperation und Mitarbeit in Verbundprojekten erwartet.
Voraussetzungen:
Sie verfügen über ein herausragendes wissenschaftliches Profil auf dem Gebiet der molekularen, biochemischen und zellulären Kardiologie mit nationaler und internationaler Sichtbarkeit, das vor allem durch Veröffentlichungen in hochrangigen Fachzeitschriften belegt ist. Insbesondere sollen Sie über Kenntnisse der Mechanismen der Entwicklung, der Reparatur und des Umbaus des Herzens, einschließlich der Signaltransduktion, der Genregulation, der Zell-Zell-Interaktionen und der Proteinkomplexe, mit einem translationalen Schwerpunkt im kardiovaskulären Bereich verfügen.
Erwünscht sind außerdem Erfahrungen zur Unterstützung der Präzisionsmedizin, z. B. im Bereich der Gentherapie sowie auf dem Gebiet der Systembiologie. Erfahrungen in der Anwendung moderner Forschungsmethoden, wie z. B. CRISPR/Cas, Live-Imaging, Hochdurchsatz-Screening und Single-Cell Sequencing, sind ebenfalls erwünscht. Auch Erfahrungen in der molekularen Verarbeitung von Herzmuskelzellen sind wünschenswert.
Des Weiteren ist der Nachweis einer besonderen pädagogischen Eignung erforderlich, um das Fachgebiet in der akademischen Lehre mit großem Engagement zu vertreten.
Darüber hinaus sollen Sie über langjährige Erfahrungen im Bereich der klinisch-wissenschaftlichen Kooperationen und im Bereich Management verfügen. Sie sollen zudem Erfolge in der eigenständigen Einwerbung von Drittmitteln vorweisen.
Vorausgesetzt wird neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium, vorzugsweise im Bereich Medizin, Veterinärmedizin oder Naturwissenschaften, die für die Erfüllung der Aufgaben gemäß § 67 Abs. 1 HessHG erforderliche Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch eine herausragende Promotion nachgewiesen wird. Vorausgesetzt werden zudem einschlägige zusätzliche wissenschaftliche Leistungen (nachgewiesen z. B. durch eine Habilitation oder in Form international sichtbarer, fachspezifischer Publikationen mit peer-review), insbesondere im Bereich der Grundlagenforschung mit erkennbarem Bezug zu kardiologischen Fragestellungen.
Die JLU begrüßt qualifizierte Bewerbungen unabhängig von biologischem und sozialem Geschlecht (m/w/d), Behinderung, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.