Im Fachbereich Medizin der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und in der Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH (UKGM), Standort Gießen, ist zum nächstmöglichen Zeitpunkt die
W2-Professur (mit Tenure Track nach W3)
für Pathomechanisms of hospital-acquired infections and antimicrobial stewardship
unter Beachtung des § 70 Abs. 1 und 4 Hessisches Hochschulgesetz (HessHG) für die Dauer von sechs Jahren zu besetzen; es gelten die Einstellungsvoraussetzungen nach § 68 HessHG. Im Falle der Bewährung, die gem. § 70 Abs. 2 HessHG in einem Evaluationsverfahren festzustellen ist, wird die dauerhafte Übertragung einer W3-Professur zugesagt.
Aufgaben:
Die Professur ist der Medizinischen Klinik V – Klinik für Innere Medizin mit Schwerpunkt Infektiologie und Krankenhaushygiene – zugeordnet. Mit der Professur ist die Leitung des Antimicrobial (Antibiotic) Stewardship Programms verbunden. Erwartet wird daher eine umfassende klinische und wissenschaftliche Expertise in den Bereichen Infektiologie, Infektionsprävention und Mikrobiologie nosokomialer Erreger.
Zu Ihren Aufgaben gehört die umfassende Vertretung des Faches in Forschung, Lehre und Krankenversorgung in den Bereichen nosokomiale Infektionen und Antimicrobial Stewardship. Mit der Professur zusammenhängende Aufgaben in der Krankenversorgung werden durch das UKGM geregelt.
Ihr wissenschaftlicher Schwerpunkt soll in der kliniknahen Grundlagenforschung von nosokomialen Infektionen und Entzündungen liegen. Eine ausgewiesene Expertise in diesem Bereich wird daher ebenso erwartet wie im Bereich der translationalen Forschung. Hierbei sollen innovative ex vivo Organ- und Tiermodelle sowie Bioproben aus entsprechenden humanen Kohorten genutzt werden. Die Durchführung uni- und multizentrischer klinischer Studien ist erwünscht.
Sie sollen sich aktiv in bestehende Forschungsverbünde, z. B. in das Exzellenzcluster „Cardio-Pulmonary Institute“ oder die DFG-Forschungsgruppe FOR 5427 „Bacterial Renal Infection and Defense“ (BARICADE), einbringen. Außerdem sollen Sie eigenständig weitere Drittmittelprojekte einwerben sowie in nationalen und internationalen Netzwerken mitarbeiten. Ihre aktive Mitarbeit in den JLU-Schwerpunktbereichen, ebenso wie innerhalb des Forschungscampus Mittelhessen in den Campus-Schwerpunkten „Lunge und Herz“, „Mikroorganismen und Viren“, „Krankenhaushygiene“ sowie innerhalb des Profilbereichs „Infektionen und Entzündungen“, wird erwartet.
Ebenso engagieren Sie sich im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und im Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL).
Ihre Mitarbeit in etablierten Strukturen zur Förderung des wissenschaftlich-klinischen Nachwuchses, wie dem Gießener Graduiertenzentrum Lebenswissenschaften (GGL), dem strukturierten Promotionsprogramm (JLU TRAINEE) und dem Clinician Scientist Programm (JLU CAREER), wird erwartet.
Sie erbringen Lehraufgaben gemäß der geltenden Lehrverpflichtungsverordnung im Rahmen der curricularen Lehre innerhalb des Fachbereichs Medizin, z. B. in interdisziplinären Querschnittsvorlesungen und Praktika.
Eine Integration von Genderaspekten in Forschung und Lehre ist ausdrücklich erwünscht.
Die Universitäten Gießen und Marburg haben mit der Technischen Hochschule Mittelhessen eine Forschungsallianz gegründet (Forschungscampus Mittelhessen), in deren Rahmen die beiden Fachbereiche Medizin eine strukturierte Kooperation auf der Basis abgestimmter Schwerpunkte praktizieren. Von den Bewerberinnen/Bewerbern wird entsprechend die Bereitschaft zur hochschul- und fachbereichsübergreifenden Kooperation und Mitarbeit in Verbundprojekten erwartet. Insbesondere werden eine standortübergreifende patientenorientierte klinische Forschung und die Beteiligung an gemeinsamen klinischen Studien vorausgesetzt.
Voraussetzungen:
Vorausgesetzt werden neben einem abgeschlossenen Hochschulstudium der Medizin die für die Erfüllung der Aufgaben gem. § 67 Abs. 1 HessHG erforderliche Befähigung zu wissenschaftlicher Arbeit, die in der Regel durch eine herausragende Promotion nachgewiesen wird, sowie exzellente zusätzliche wissenschaftliche Leistungen (nachgewiesen z. B. durch eine Habilitation oder in Form international sichtbarer, fachspezifischer Publikationen mit peer-review).
Der Nachweis der Facharztanerkennung für Hygiene und Umweltmedizin, für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie oder für Innere Medizin und Infektiologie wird ebenfalls vorausgesetzt. Sie sind auf Ihrem Forschungsgebiet international anerkannt und sollen über umfangreiche Expertise in der infektiologischen Grundlagenforschung verfügen.
Sie sollen zudem Erfolge in der eigenständigen Einwerbung von Drittmitteln vorweisen.
Außerdem ist der Nachweis einer besonderen pädagogischen Eignung erforderlich, um das Fachgebiet in der akademischen Lehre in voller Breite vertreten zu können.
Sie weisen eine breite klinische Expertise auf dem Gebiet der Infektiologie und/oder der Infektionsprävention nach. Einschlägige Erfahrungen im Bereich Antimicrobial Stewardship werden ebenfalls vorausgesetzt.
Bei Überschreitung der grundsätzlichen Altersgrenze von 50 Jahren setzt die Begründung eines Beamtenverhältnisses gem. § 66 Abs. 3 Satz 2 und 3 HessHG i. V. m. § 11 Hessische Laufbahnverordnung (HLVO) ein besonderes dienstliches Interesse voraus.
Die JLU begrüßt qualifizierte Bewerbungen unabhängig von biologischem und sozialem Geschlecht (m/w/d), Behinderung, Nationalität, ethnischer und sozialer Herkunft, Religion, Weltanschauung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.