Das Zahlenwerk setzt den Konsolidierungskurs bei den laufenden Ausgaben der Verwaltung konsequent fort, um auch weiterhin Zukunftsinvestitionen in großem Umfang zu ermöglichen. So soll ein Investitionsvolumen von 80,6 Millionen Euro insbesondere in den Bereichen Schulen, Kinderbetreuung, Kultur und städtische Infrastruktur gesichert werden. Zugleich kann die Verwaltung durch den Beschluss nach den Maßgaben der vorläufigen Haushaltsführung auch im kommenden Jahr Auszahlungen für viele notwendige und unaufschiebbare sogenannte freiwillige Aufgaben – unter anderem die Förderung zahlreicher Einrichtungen, Institutionen und Vereine – vornehmen.
Schwierige Rahmenbedingungen
Die Rahmenbedingungen für kommunale Haushalte bleiben äußerst schwierig – in Erlangen ebenso wie bundesweit. Deutschlandweit belief sich das Defizit der Kommunen im vergangenen Jahr auf rund 25 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Für 2026 geht der Deutsche Städtetag davon aus, dass das kommunale Defizit auf mindestens 32 Milliarden Euro anwachsen wird.
In Erlangen belasten insbesondere hohe Gewerbesteuerrückzahlungen aus dem Jahr 2024 sowie rückläufige Gewerbesteuereinnahmen die finanzielle Lage. Dadurch ist die Stadt verstärkt auf sogenannte Kassenkredite angewiesen. Hinzu kommen steigende Personal- und Sozialausgaben sowie weiterhin hohe Baukosten.
Umfassende Konsolidierungsmaßnahmen
Bereits 2024 wurden in Erlangen umfassende Einsparungen bei Ausgaben und Personal eingeleitet. Für 2025 hat die Stadt ein tiefgreifendes Konsolidierungskonzept erarbeitet, das konsequent umgesetzt wird. Gleichzeitig treibt die Stadt die Digitalisierung weiter voran, um Verwaltungsprozesse effizienter zu gestalten. Mobile Arbeitskonzepte tragen zudem dazu bei, Einsparungen bei der Anmietung von Immobilien zu erzielen.
Dank dieser Konsolidierungsanstrengungen sowie hoher Schlüsselzuweisungen weist der Haushalt sowohl für dieses als auch für das kommende Jahr einen positiven Saldo aus der laufenden Verwaltungstätigkeit auf.
Hohe Investitionen
Der Haushaltsbeschluss ermöglicht es zum einen, begonnene Investitionen fortzusetzen. Geplant sind unter anderem Investitionen
1. in Schulen in Höhe von 22,6 Millionen Euro
2. in die Kinderbetreuung in Höhe von 6,1 Millionen Euro
3. sowie in die städtische Infrastruktur mit einem Volumen von 19,3 Millionen Euro.
Die Stadt plant dafür Investitionskredite in Höhe von 54,5 Millionen Euro aufzunehmen.
Darüber hinaus können im Rahmen des vom Bund aufgelegten Investitionsprogramms wichtige neue Maßnahmen angestoßen werden, darunter die Sanierung des Fridericianums sowie weiterer Kindertagesstätten und Sportstätten.
Verlässliche Förderung
Der Beschluss bildet zudem die Grundlage für die verlässliche Förderung zahlreicher Einrichtungen, Institutionen und Vereine. „Mit dem Haushaltsbeschluss geben wir vielen Vereinen und Initiativen die notwendige Planungssicherheit – auch wenn wir weiterhin sparen müssen“, erklärt Oberbürgermeister Janik.
Konsolidierungskurs fortsetzen
Gleichzeitig macht er deutlich, dass der Konsolidierungskurs fortgeführt werden müsse: „Haushaltskonsolidierung bleibt nicht ohne Auswirkungen. Sie bringt für die Bürgerinnen und Bürger spürbare Einschränkungen mit sich – etwa durch höhere Steuern oder Gebühren und durch notwendige Prioritätensetzungen. Und wenn wir die erforderlichen Investitionen in unserer Stadt fortsetzen wollen, geht das nicht ohne zusätzliche Neuverschuldung. Das ist unangenehm, aber unvermeidbar.“
Erlangen als Zukunftsstandort
Trotz aller Herausforderungen gebe es jedoch guten Grund zur Zuversicht, so Janik: „Erlangen steckt nicht in einer wirtschaftlichen Strukturkrise. Unternehmen investieren weiterhin am Standort. Siemens, die Friedrich-Alexander-Universität und das Universitätsklinikum bauen Erlangen konsequent als Zukunftsstandort aus. Unsere Aufgabe ist es, diese Entwicklung zu ermöglichen: durch kluge Investitionen, durch verlässliche Rahmenbedingungen und durch verantwortungsvolle Entscheidungen.“
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Foto und Grafik: Stadt Erlangen